Pfostenträger mit verdeckter Befestigung
Häufig gestellte Fragen
Bei diesen Pfostenträgern bleibt kein Beschlagteil außen am Pfosten sichtbar: Die Reihe PSW wird aus 8 mm Stahl in einen Schlitz im Pfosten gesteckt, die flachen Platten PPS und PPSR sitzen unter dem Pfosten. Beide Bauformen werden einbetoniert und decken Pfostenbreiten von 70 bis 160 mm ab.
Was bedeutet verdeckte Befestigung?
Verdeckt heißt: Das Metall liegt nicht außen am Holz an, sondern im Holz oder unter ihm. Von außen sieht man nur den Pfosten und, je nach Bauform, die Köpfe der Verbindungsbolzen. Der Grund ist meistens Optik – Sichtschutzwände, Design-Zäune und Terrassenkonstruktionen wirken ruhiger, wenn an jedem Fußpunkt kein Blech steht.
Der Preis dafür ist Aufwand beim Zuschnitt und, je nach Bauform, eine geringere Aufnahme von Querlasten. Wer beides gegeneinander abwägen will, findet die Zahlen weiter unten.
Zwei Bauformen – eingeschlitzt oder flach
Die Kategorie enthält zwei technisch sehr verschiedene Lösungen. Der Unterschied entscheidet über die Anwendung:
Eingeschlitzt (PSW und PSW R500). Ein 8 mm starkes Stahlblech steht senkrecht auf einem Stab oder Rohr, das einbetoniert wird. In den Pfosten wird ein Schlitz gesägt, das Blech taucht darin ein und wird quer durchbolzt. Diese Bauform nimmt auch waagerechte Lasten auf, weil das Blech über 130 mm Länge im Holz steckt.
Flach (PPS und PPSR). Eine Platte mit einbetoniertem Stab beziehungsweise Gewindestange, auf die der Pfosten von oben aufgesetzt und verschraubt wird. Kein Zuschnitt nötig, sehr schnell montiert – aber ausschließlich für senkrechte Lasten ausgelegt. PPSR hat zusätzlich ein M20-Gewinde, mit dem sich die Höhe nach dem Betonieren einstellen lässt.
Modelle und Größen
| Modell | Bauform | Pfostenbreite | Merkmal |
|---|---|---|---|
| PSW 70 · PSW 90 | eingeschlitzt | 70 / 90 mm | 8 mm Blech, Stab ø16 bzw. ø18, Gesamthöhe 338 mm |
| PSW 70 R500 · PSW 90 R500 | eingeschlitzt, langes Rohr | 70–80 / 90–120 mm | Rohr ø42,4, Gesamthöhe 641 mm, Balken bis 250 mm über Beton |
| PPS 80–90 · PPS 100–120 · PPS 140–160 | flach | 80–160 mm | 3 mm Platte, Stab ø18, Höhe 202–205 mm |
| PPSR 80–90 · PPSR 100–120 · PPSR 140–160 | flach, höhenverstellbar | 80–160 mm | M20-Gewinde, Gesamthöhe 330 mm |
Wie viel halten die Bauformen aus?
| Reihe | Lastrichtung | Holz [kN] | Stahl [kN] | Zulassung |
|---|---|---|---|---|
| PSW 70/90 | NRd,V senkrecht | 88,2 – 151,2 | 57,3 | ETA 20/1044 |
| NRd,H1 waagerecht, parallel | 11,5 – 21,8 | 7,7 | ||
| NRd,H2 waagerecht, senkrecht | 13 – 22,4 | 2,1 | ||
| PSW R500 | NRd,V senkrecht | 88,2 – 151,2 | 59,7 | ETA 20/1044 |
| NRd,H1 waagerecht, parallel | 11,5 – 21,8 | 4,8 | ||
| NRd,H2 waagerecht, senkrecht | 13 – 22,4 | 2,1 | ||
| PPS 80–130 | NRd,V senkrecht | 57,3 | 57,3 | ETA 18/1165 |
| waagerecht | nicht ausgewiesen | nicht ausgewiesen | ||
| PPSR 80–130 | NRd,V senkrecht | 52,6 | 52,6 | ETA 18/1165 |
| waagerecht | nicht ausgewiesen | nicht ausgewiesen |
Die Werte gelten für eine komplette Verbindung mit einem Verbinder; maßgebend ist der kleinere Wert – Holz als charakteristischer Wert NRk,w, Stahl als Bemessungswert NRd,s. Die Werte für jede einzelne Größe finden Sie auf der jeweiligen Produktseite.
Wichtig: PPS und PPSR nur für senkrechte Lasten
Für die flachen Platten weist die Zulassung keine waagerechten Werte aus – der Hersteller gibt sie ausdrücklich nur für senkrechte Lasten frei. Das ist keine Formsache, sondern die Bauform: Ein Pfosten, der auf einer Platte steht und von unten verschraubt ist, hat gegen seitliche Kräfte nichts als die Schrauben.
Konkret heißt das:
- Geeignet, wenn der Pfosten oben eingespannt ist – zwischen Riegeln, in einem Rahmen, unter einem umlaufenden Balken.
- Nicht geeignet für frei stehende Pfosten, Sichtschutzwände ohne Querverband, Zaunpfosten und alles, was Wind fängt.
Wer verdeckt befestigen und dabei Querlasten aufnehmen muss, nimmt PSW. Die eingeschlitzte Bauform ist der einzige Weg, beides zu bekommen.
Montage
- Bei PSW: Schlitz in den Pfosten sägen – Breite passend zu 8 mm Blech, Tiefe auf 130 mm Blechlänge. Sauber mittig, sonst steht der Pfosten schief.
- Anker in den frischen Beton eintauchen und lotrecht ausrichten. Bei PSW zusätzlich die Blechebene bewusst ausrichten – sie legt fest, in welcher Achse die Verbindung Querkräfte aufnimmt.
- Aushärten lassen, Pfosten aufsetzen beziehungsweise aufstecken.
- Bei PSW: quer durchbolzen. Bei PPS/PPSR: von unten durch die Platte verschrauben, Schraubenlänge nach Plattenstärke wählen.
- Bei PPSR: Höhe über das M20-Gewinde einstellen, bevor die Konstruktion aufliegt.
Der Abstand zwischen Hirnholz und Beton bleibt in allen Fällen erhalten – bei den flachen Platten durch die Plattenhöhe, bei PSW R500 durch das Rohr, das den Balken bis 250 mm über den Beton hebt.
Die häufigsten Fehler
- Den Schlitz zu breit sägen. 8 mm Blech in einem 12-mm-Schlitz sitzt lose; die Bolzen tragen dann allein, statt das Blech im Holz zu klemmen.
- Den Schlitz nicht mittig setzen. Der Pfosten steht dann dauerhaft schief zur Achse, und nachträglich lässt sich das nicht mehr korrigieren.
- PPS oder PPSR an einem frei stehenden Pfosten verwenden. Die häufigste Fehlanwendung in dieser Kategorie – die Bauform ist dafür nicht zugelassen.
- Die Blechebene bei PSW beliebig ausrichten. Sie legt die tragende Achse für Querlasten fest – wer sie zufällig dreht, verschenkt den Vorteil der Bauform.
- Bei PPSR nach dem Aushärten nachjustieren wollen, wenn die Konstruktion schon liegt. Das Gewinde stellt die Höhe ein, es hebt keine belastete Konstruktion an.
- Die Holzblende dicht an das Metall setzen. Wer die Verbindung zusätzlich verkleidet, muss hinterlüften – sonst entsteht genau die Feuchtefalle, die der Abstand zum Beton verhindern soll.
Material und Korrosionsschutz
PSW und PSW R500: Konstruktionsstahl S235, feuerverzinkt, Blechstärke 8,0 mm – die dickste Materialstärke in der Kategorie. PPS und PPSR: Konstruktionsstahl S235, galvanisch verzinkt silber, Plattenstärke 3,0 mm.
Der Unterschied im Korrosionsschutz ist beabsichtigt und sollte in die Auswahl einfließen: Feuerverzinkung hält im dauernden Spritzwasserbereich länger. Bei den flachen Platten liegt das Bauteil weitgehend unter dem Pfosten und damit geschützter.
Was Sie bei uns finden – und woanders selten
- Zwei Bauformen in einer Kategorie, statt nur eine – mit klarer Angabe, welche wofür zugelassen ist.
- 8 mm Blechstärke bei PSW. Deutlich mehr als bei den U- und L-Reihen (4 bzw. 5 mm).
- Die Rohrvariante R500, die den Balken bis 250 mm über den Beton hebt – für maximale Dehnungsfuge bei sichtbaren Konstruktionen.
- Die Warnung, die niemand gerne schreibt: dass die flache Bauform für waagerechte Lasten nicht freigegeben ist. Das steht bei uns in der Kategorie, nicht im Kleingedruckten.














