Verstellbare Pfostenträger
Häufig gestellte Fragen
Verstellbare Pfostenträger lassen sich nach dem Setzen noch justieren – entweder in der Höhe über ein M20- oder M24-Gewinde oder in der Aufnahmebreite bis 200 mm. In unserem Sortiment finden Sie sieben Modellreihen zum Aufdübeln, Einbetonieren und Einschlagen, alle aus Konstruktionsstahl S235 und ETA-geprüft.
Was ist ein verstellbarer Pfostenträger?
Ein verstellbarer Pfostenträger ist ein Pfostenanker, bei dem ein Maß nachträglich veränderbar bleibt – im Gegensatz zu festen U-, H- oder L-Trägern, deren Geometrie beim Kauf feststeht.
Der praktische Wert liegt in der Korrekturmöglichkeit. Ein Fundament wird selten millimetergenau, ein Kantholz misst selten exakt sein Nennmaß, und beim Setzen mehrerer Stützen summieren sich kleine Abweichungen zu einer sichtbar schiefen Konstruktion. Ein verstellbarer Träger nimmt diese Toleranzen auf, statt sie an die Konstruktion weiterzugeben.
Höhe oder Breite – was soll verstellbar sein?
Das ist die wichtigste Frage vor dem Kauf, und die Verwechslung ist der häufigste Fehlgriff in dieser Kategorie. „Verstellbar" bedeutet zwei völlig verschiedene Dinge:
Höhenverstellbar (Gewinde). Der Pfosten sitzt auf einer Platte, die über eine Gewindestange in der Höhe justiert wird. Damit gleichen Sie Unebenheiten des Untergrunds aus und bringen mehrere Stützen exakt auf eine Ebene. Reihen: PR, PSR, PSRP, PPSR.
Breitenverstellbar (Aufnahme). Die Schenkel der Aufnahme lassen sich an den Pfostenquerschnitt anpassen. Das brauchen Sie bei Altholz, bei nachträglich zugeschnittenen Kanthölzern und bei Maßen zwischen zwei Standardgrößen. Reihen: PSRT, PSRU, PSGR.
Beides in einem Bauteil gibt es nicht. Jede Verstellmöglichkeit ist eine bewegliche Verbindung, und jede bewegliche Verbindung kostet Tragfähigkeit – deshalb ist jede Reihe auf genau eine Achse ausgelegt.
Wie funktioniert die Höhenverstellung?
Über eine Gewindestange M20 oder M24, die in einer Bodenplatte sitzt. Sie drehen die Platte auf dem Gewinde nach oben oder unten, bis die Höhe stimmt, und kontern anschließend.
Zwei Punkte entscheiden über das Ergebnis:
- Justieren Sie, bevor die Konstruktion aufliegt. Das Gewinde stellt die Höhe ein, es hebt keine belastete Konstruktion an.
- Die Reihe PR hat einen ausgewiesenen Verstellbereich von 100 bis 150 mm. Bei den übrigen Gewindereihen ergibt sich der Bereich aus der Gewindelänge – planen Sie den Nennwert in der Mitte des Bereichs ein, damit Sie in beide Richtungen korrigieren können.
Die Modellreihen im Überblick
| Reihe | Montage | Verstellbar in | Maße | Blechstärke |
|---|---|---|---|---|
| PR | aufdübeln | Höhe, 100–150 mm, M20 | Platte 100×100 · 100×130 · 130×130 mm | 3,0 mm |
| PSR | aufdübeln | Höhe, M20 oder M24 | 80 · 100 · 130 mm, Höhe 250 mm | 3,0 mm (M20) · 4,0 mm (M24) |
| PSRP | aufdübeln, harter Untergrund | Höhe, M20 | 80×140 · 100×160 · 130×200 mm, Höhe 250 mm | 3,0 mm |
| PPSR | einbetonieren | Höhe, M20 | 80 · 100 · 130 mm, Höhe 330 mm | 3,0 mm |
| PSRT | aufdübeln | Breite bis 200 mm | Höhe 204 mm | 4,0 mm |
| PSRU | einbetonieren | Breite bis 200 mm | Höhe 336 mm | 4,0 mm |
| PSGR | einschlagen | Breite 70–120 mm | Einschlaghülse | 2,0 mm |
Die Platten der Gewindereihen sind bewusst breiter als der Pfosten – bei PSRP zum Beispiel 140 bis 200 mm. Das gibt Platz für die Verankerung im Beton und verteilt die Last auf eine größere Fläche.
Wie viel halten verstellbare Pfostenträger aus?
| Reihe | Lastrichtung | Holz [kN] | Stahl [kN] | Zulassung |
|---|---|---|---|---|
| PR · PSR M20 · PSRP | NRd,V senkrecht | 40,8 | 40,8 | ETA 18/1165 |
| waagerecht | nicht ausgewiesen | nicht ausgewiesen | ||
| PSR M24 | NRd,V senkrecht | 49,3 | 49,3 | ETA 18/1165 |
| waagerecht | nicht ausgewiesen | nicht ausgewiesen | ||
| PPSR | NRd,V senkrecht | 52,6 | 52,6 | ETA 18/1165 |
| waagerecht | nicht ausgewiesen | nicht ausgewiesen | ||
| PSRT · PSRU | NRd,V senkrecht | 75,6 – 113,4 | 57,3 | ETA 15/0725 |
| NRd,H1 waagerecht, parallel | 13 – 19,5 | 0,5 |
Die Werte gelten für eine komplette Verbindung mit einem Verbinder; maßgebend ist der kleinere Wert – Holz als charakteristischer Wert NRk,w, Stahl als Bemessungswert NRd,s. Die Holzwerte für PSRT und PSRU beziehen sich auf Querschnitte von 60×120 bis 90×120 mm. Die Werte für jede einzelne Größe finden Sie auf der jeweiligen Produktseite.
Wichtig: die Gewindereihen tragen nur senkrecht
Für PR, PSR, PSRP und PPSR weist die Zulassung ausschließlich senkrechte Lasten aus. Das ist keine Formsache, sondern die Bauform: Ein Pfosten, der auf einer Platte über einer Gewindestange steht, hat gegen seitliche Kräfte nur die Verschraubung.
Konkret heißt das:
- Geeignet, wenn der Pfosten oben eingespannt ist – zwischen Riegeln, in einem Rahmen, unter einem umlaufenden Balken einer Terrassenüberdachung.
- Nicht geeignet für frei stehende Pfosten, Sichtschutzwände ohne Querverband und Zaunpfosten, die Wind fangen.
Wer verstellbar bauen und dabei Querlasten aufnehmen muss, nimmt PSRT oder PSRU – die breitenverstellbaren Reihen sind die einzigen mit ausgewiesenen waagerechten Werten.
Aufdübeln, einbetonieren oder einschlagen?
Alle drei Wege sind in dieser Kategorie vertreten – die Wahl hängt davon ab, was schon da ist:
- Aufdübeln (PR, PSR, PSRP, PSRT) – wenn Fundament, Bodenplatte oder Terrasse fertig sind. Der Träger wird verschraubt, die Höhe danach eingestellt. Mehr dazu unter Pfostenträger zum Aufdübeln.
- Einbetonieren (PPSR, PSRU) – wenn das Fundament neu entsteht. Der Anker wird Teil des Betons. Die vollständige Anleitung steht unter Pfostenträger zum Einbetonieren und im Ratgeber Wie befestigt man einen Pfostenträger am Beton.
- Einschlagen (PSGR) – ohne Beton, direkt in den gewachsenen Boden. Für leichte Zäune die schnellste Lösung, siehe Bodenanker.
Anwendungen
- Terrassenüberdachung und Carport – mehrere Stützen auf einer Ebene, ohne den Beton nacharbeiten zu müssen.
- Pergola auf vorhandener Terrasse – aufdübeln statt aufstemmen, Höhe über das Gewinde ausgleichen.
- Zaun auf unebenem Grund – wenn das Gelände fällt, gleicht die Höhenverstellung den Versatz zwischen den Feldern aus.
- Altholz und unregelmäßige Querschnitte – hier ist die Breitenverstellung von PSRT oder PSRU die passende Antwort.
- Nachrüstung – wenn ein bestehender Pfosten Spiel hat oder abgesackt ist, lässt sich mit einem verstellbaren Träger nachjustieren, statt das Fundament zu erneuern.
Welche Schrauben und Anker brauche ich?
Für die Verbindung zum Holz Konstruktionsschrauben ø6 oder ø10 in passender Länge, mindestens zwei je Seite – eine einzelne Schraube lässt den Pfosten um sie herum wandern. Passendes finden Sie unter Holzbauschrauben.
Für die Verankerung im Beton bei den aufdübelbaren Reihen: Ringanker M10 oder M12 beziehungsweise Betonschrauben ø10,5. Die Bodenplatten haben dafür Löcher ø12. Passendes finden Sie unter Beton- und Mauerwerksbefestigung.
Material und Korrosionsschutz
Alle Reihen bestehen aus Konstruktionsstahl S235. Vier Oberflächen kommen vor, und sie sind nicht beliebig austauschbar:
- feuerverzinkt – dickste Zinkschicht, für dauerhaft bewitterte Einbaulagen. Bei PSRT und PSRU verfügbar.
- galvanisch verzinkt (silber oder gelb) – dünnere Schicht, für geschützte Lagen und für Bauteile, die überwiegend unter dem Pfosten liegen.
- pulverbeschichtet schwarz – bei den breitenverstellbaren Reihen, wenn der Träger sichtbar bleibt.
- KTL-Beschichtung (Kataphorese), schwarz – ausschließlich bei den Gewindereihen PR und PSR. Das Bauteil wird im Tauchbad elektrisch beschichtet, sodass auch Kanten, Innenflächen und das Gewinde gleichmäßig Farbe bekommen. Genau deshalb kommt sie hier zum Einsatz: Bei einem Teil mit Gewinde deckt eine Pulverbeschichtung die Gewindegänge nicht zuverlässig, eine Tauchbeschichtung schon.
Die häufigsten Fehler
- Höhe statt Breite bestellen – oder umgekehrt. Der teuerste Fehler in dieser Kategorie. Prüfen Sie vor dem Kauf, welches Maß bei Ihnen unsicher ist.
- Eine Gewindereihe an einem frei stehenden Pfosten einsetzen. PR, PSR, PSRP und PPSR sind nicht für waagerechte Lasten zugelassen.
- Nach dem Aufliegen der Konstruktion justieren wollen. Das Gewinde stellt ein, es hebt nicht.
- Den Verstellbereich als Toleranz verstehen. 100–150 mm heißt: einstellbar auf ein Maß, nicht gleichzeitig passend für alles.
- Die Kontermutter vergessen. Ohne Kontern arbeitet sich die Einstellung unter wechselnder Last mit der Zeit los.
- Zu kurze Betonanker. Die Bodenplatte überträgt die gesamte Last auf wenige Dübelpunkte – hier lohnt der größere Anker.
Was Sie bei uns finden – und woanders selten
- Beide Verstellprinzipien in einer Kategorie, klar getrennt. Der Handel wirft Höhe und Breite unter „verstellbar" zusammen, was zu Fehlkäufen führt.
- Verstellbar in allen drei Montagearten – aufdübeln, einbetonieren und einschlagen. Meist gibt es nur die aufdübelbare Variante.
- M24-Ausführung bei PSR mit 49,3 kN statt 40,8 kN – ein Fünftel mehr Tragfähigkeit für dieselbe Bauform.
- Ehrliche Angaben zur Belastungsrichtung. Wir schreiben dazu, dass die Gewindereihen nur senkrecht zugelassen sind. Das steht selten in einer Produktbeschreibung.

