H-Anker zum Einbetonieren
Häufig gestellte Fragen
H-Anker zum Einbetonieren aus Konstruktionsstahl S235, 6 mm starker Flachstahl und 600 mm langer Einbindeschenkel – als feste Reihe PSH für Pfosten von 7×7 bis 20×20 cm und als verstellbare Reihe PSHR für 90 bis 142 mm, jeweils feuerverzinkt in Silber oder pulverbeschichtet in Schwarz. Senkrecht tragen sie bis 252 kN auf der Holzseite und 169,2 kN auf der Stahlseite nach ETA 20/1044 und sind damit die tragfähigste Bauform in unserem Sortiment.
Was ist ein H-Anker?
Ein H-Anker ist ein Pfostenträger aus zwei Flachstahlplatten, die über einen Mittelsteg zu einem H verbunden sind. Der untere Teil des H wird einbetoniert, der obere nimmt den Pfosten auf und klemmt ihn von zwei Seiten.
Der Unterschied zum U-Träger liegt in der Länge der Führung. Der H-Anker fasst den Pfosten nicht nur an der Unterkante, sondern über eine große Höhe und leitet Kippmomente über den langen einbetonierten Schenkel in das Fundament. Deshalb hält er dort, wo ein Pfosten als Hebel arbeitet – bei Carports, Pergolen und hohen Zäunen. Geläufige Bezeichnungen sind auch H-Pfostenträger, H-Pfostenanker oder schlicht H-Träger für Pfosten.
Wie bei allen einbetonierten Pfostenträgern steht das Holz über dem Beton, nicht darauf. Der Luftspalt unterbricht den Wasseraufstieg aus dem Fundament – der wichtigste Grund, warum ein H-Anker die Lebensdauer eines Holzpfostens deutlich verlängert.
H-Anker oder U-Pfostenträger – wann lohnt der H?
Die Zahlen sind eindeutig: Auf der Stahlseite trägt ein H-Anker senkrecht 169,2 kN, ein U-Träger je nach Reihe zwischen 51,7 und 68,5 kN. Bei waagerechter Last parallel zur Schraubenachse liegt der H-Anker zwischen 16,5 und 151,2 kN, der U-Träger zwischen 0,5 und 9,6 kN.
Praktisch heißt das:
- Zaun, Sichtschutz bis Brusthöhe, leichte Pergola – ein U-Träger genügt und ist die wirtschaftlichere Lösung.
- Carport, Terrassenüberdachung, hoher Sichtschutz, Pavillon – der Pfosten wirkt als Hebel, Windlast greift in mehreren Metern Höhe an. Hier ist der H-Anker die richtige Wahl.
- Tragende Konstruktionen mit Schneelast – H-Anker, ohne Diskussion.
Ein H-Anker ist teurer und aufwendiger zu setzen. Wer ihn dort einsetzt, wo ein U-Träger reicht, zahlt drauf; wer umgekehrt spart, merkt es beim ersten Sturm.
Welcher H-Anker für welchen Pfosten?
Die Aufnahmebreite richtet sich nach dem Kantenmaß des Pfostens. Alle Größen haben denselben 600-mm-Schenkel und dieselbe Materialstärke von 6 mm – sie unterscheiden sich nur in der Breite der Aufnahme.
Neben der festen Reihe PSH gibt es den verstellbaren H-Anker PSHR: Seine Aufnahme lässt sich stufenlos von 90 auf 142 mm einstellen. Er ist die Wahl, wenn der Pfostenquerschnitt beim Setzen des Fundaments noch nicht feststeht, wenn Altholz verbaut wird oder wenn ein Maß zwischen zwei Standardgrößen liegt – etwa 11 × 11 cm.
| Modell | Pfosten (Kantenmaß) | Aufnahmebreite | Ausführung | Typische Anwendung |
|---|---|---|---|---|
| PSH 70 | 7 × 7 cm | 71 mm | Silber · Schwarz | Zaunpfosten, leichte Überdachung |
| PSH 80 | 8 × 8 cm | 81 mm | Schwarz | Zaun, Sichtschutz |
| PSH 90 | 9 × 9 cm | 91 mm | Silber · Schwarz | Standardpfosten, Pergola, Sichtschutz |
| PSH 100 | 10 × 10 cm | 101 mm | Silber · Schwarz | Carport, Terrassenüberdachung |
| PSH 120 | 12 × 12 cm | 121 mm | Silber · Schwarz | Carport, Pavillon, tragende Stützen |
| PSH 140 | 14 × 14 cm | 141 mm | Silber · Schwarz | schwere Holzkonstruktionen |
| PSH 160 | 16 × 16 cm | 161 mm | Silber · Schwarz | Hallen- und Unterstandsbau |
| PSH 200 | 20 × 20 cm | 201 mm | Silber · Schwarz | größte Querschnitte, Leimbinder |
| PSHR verstellbar | 9 × 9 bis 14,2 × 14,2 cm | 90–142 mm | Silber · Schwarz | Altholz, Zwischenmaße, Querschnitt noch offen |
Alle Größen: Schenkellänge 600 mm, Aufnahmetiefe 60 mm, Materialstärke 6 mm, vier Befestigungslöcher ø11 mm. Das Gewicht reicht von 3,76 kg (PSH 70) bis 4,47 kg (PSH 200). Die Tragfähigkeit ist in beiden Ausführungen identisch – die Oberfläche ändert nichts an der Statik.
Wie viel hält ein H-Anker aus?
Die feste Reihe PSH ist nach ETA 20/1044 geprüft. Die Werte gelten für eine komplette Verbindung mit einem Verbinder; maßgebend ist immer der kleinere der beiden Werte – Holz als charakteristischer Wert NRk,w, Stahl als Bemessungswert NRd,s.
| Lastrichtung | Holz [kN] | Stahl [kN] |
|---|---|---|
| NRd,V – senkrecht, nach unten | 88,2 – 252 | 169,2 |
| NRd,H1 – waagerecht, parallel zur Schraubenachse | 3,16 | 16,5 – 151,2 |
| NRd,H2 – waagerecht, senkrecht zur Schraubenachse | 8,8 – 39,6 | 8,3 |
Zwei Dinge lohnen den zweiten Blick. Erstens: Bei senkrechter Last begrenzt fast immer das Holz, nicht der Stahl – die Aufnahme ist der Konstruktion überlegen, nicht umgekehrt. Zweitens: Bei NRd,H1 wächst der Stahlwert mit der Größe fast um den Faktor zehn, von 16,5 kN bei PSH 70 auf 151,2 kN bei PSH 200. Wer waagerechte Kräfte erwartet, gewinnt durch die größere Aufnahme also deutlich mehr als durch jede andere Maßnahme.
Die Werte für jede einzelne Größe finden Sie auf der jeweiligen Produktseite. Für die verstellbare Reihe PSHR weisen wir hier bewusst keine Zahlen aus – maßgeblich sind die Angaben auf der Produktseite.
H-Anker einbetonieren – worauf es beim H ankommt
Die allgemeine Anleitung zu Fundamentgröße, Betonsorte und Aushärtezeit finden Sie auf der Übersichtsseite. Beim H-Anker kommen drei Punkte dazu, die es beim U-Träger nicht gibt:
- Einbaulage. Der Anker wird so gesetzt, dass die Schenkel mit den Befestigungslöchern für das Holz nach oben zeigen. Der gelochte Teil gehört über den Beton, der ungelochte in das Fundament – nur so lässt sich der Pfosten später verschrauben.
- Einbindetiefe des Schenkels. Der einbetonierte Teil gehört 250 bis 300 mm tief in das Fundament. Der Schenkel ist 600 mm lang, es bleibt also Spielraum nach oben – der Anker darf nicht bis zum Anschlag versenkt werden.
- Höhe der Querplatte. Die waagerechte Platte darf bis zu 50 mm über der Betonoberfläche liegen. Das ist die Dehnungsfuge für das Holz und der Abstand, der es trocken hält.
Der Pfosten selbst wird um etwa 5 mm von den Platten abgehoben und mit Konstruktionsschrauben ø10 verschraubt – zwei Schrauben je Seite. Eine Schraube je Seite lässt den Pfosten sich verdrehen.
H-Anker für Carport, Pergola und Sichtschutz
Der H-Anker ist die Standardlösung im Carportbau, und zwar aus einem Grund: Ein Carportpfosten trägt wenig Gewicht, steht aber hoch und fängt Wind. Die kritische Größe ist nicht die senkrechte Last, sondern das Kippmoment am Fuß – genau das, wofür der lange Schenkel und die beidseitige Führung gemacht sind.
Für einen Standard-Carport mit 10×10- oder 12×12-Pfosten sind PSH 100 und PSH 120 die üblichen Größen. Bei Pergolen mit 9×9-Pfosten reicht PSH 90. Für hohen Lamellen- oder Sichtschutzzaun, der wie ein Segel wirkt, gilt dieselbe Logik wie beim Carport: lieber eine Nummer größer.
Kann man einen H-Anker verstecken?
Nur bedingt – und das sollte man vor dem Kauf wissen. Der H-Anker ist eine sichtbare Verbindung: Die beiden Platten liegen außen am Pfosten an und bleiben es auch. Wer sie kaschieren will, hat drei Möglichkeiten:
- Ab Werk schwarz bestellen. Die pulverbeschichtete Ausführung ist die einfachste Lösung: kein Nacharbeiten, gleichmäßige Oberfläche, und an dunklen Zäunen oder Carports tritt der Anker optisch zurück.
- Nachträglich streichen. Die feuerverzinkte Oberfläche lässt sich mit Farbe für verzinkte Untergründe überstreichen, etwa in Anthrazit oder Holzton.
- Verkleidung. Eine aufgesetzte Holzblende deckt die Platten ab – sie muss aber hinterlüftet bleiben, sonst schafft man genau die Feuchtefalle, die der Anker verhindern soll.
- Andere Bauform. Soll das Metall wirklich unsichtbar sein, ist eine verdeckte Befestigung die richtige Wahl. Dort sitzt das Blech in einem Schlitz im Pfosten. Der Preis dafür ist eine geringere Querlastaufnahme.
Die häufigsten Fehler beim Einbetonieren
- Den Anker verkehrt herum einbetonieren. Zeigen die Befestigungslöcher nach unten, sitzt genau der Teil im Beton, an dem der Pfosten verschraubt werden soll. Korrigieren lässt sich das nach dem Aushärten nicht mehr – nur noch aufstemmen.
- Alle Anker einzeln ausrichten, ohne Schnur. Bei einem Carport müssen die Aufnahmen exakt fluchten und im richtigen Achsmaß stehen. Ein Versatz von 10 mm summiert sich über vier Pfosten zu einem sichtbar schiefen Dach.
- Den Schenkel zu tief versenken. Wird der Anker bis zum Anschlag eingedrückt, liegt die Querplatte auf dem Beton auf. Damit ist die Dehnungsfuge weg und das Hirnholz steht wieder im Wasser.
- Die Größe nach dem Fundament wählen, nicht nach dem Pfosten. Ein 9×9-Pfosten in einer 12er-Aufnahme hat 15 mm Luft je Seite. Die Verschraubung nimmt das Spiel nicht auf, sie überträgt es nur.
- Zu kurze Schrauben. Bei 6 mm Flachstahl braucht die Schraube ausreichend Einschraubtiefe im Holz. Zu kurz gewählt, trägt die Verbindung nur den Anfangswiderstand.
- Den H-Anker in bereits angezogenen Beton drücken. Wie bei jedem einbetonierten Anker entsteht dann kein Verbund, sondern nur ein Abdruck – bei einem tragenden Carportpfosten ist das ein Sicherheitsproblem, kein Schönheitsfehler.
Material und Korrosionsschutz
Alle H-Anker der Reihe PSH bestehen aus Konstruktionsstahl S235. Zwei Oberflächen stehen zur Wahl:
- Silber – feuerverzinkt. Die dickste verfügbare Zinkschicht. Für ein Bauteil, das dauerhaft im Fundament und im Spritzwasserbereich sitzt, ist das der beste Langzeitschutz.
- Schwarz – galvanisch verzinkt und pulverbeschichtet. Die Zinkschicht liegt unter der Pulverbeschichtung, die zusätzlich mechanisch schützt und den Anker optisch verschwinden lässt: An einem dunklen Sichtschutzzaun, einem anthrazitfarbenen Carport oder unter dunkel lasiertem Holz fällt ein schwarzer Anker kaum auf.
Für dauerhaft bewitterte Fundamente im Gartenbau ist die feuerverzinkte Ausführung die technisch robustere Wahl. Wo der Anker sichtbar bleibt und zur Konstruktion passen soll, ist Schwarz die naheliegende Alternative – die Tragfähigkeit ist in beiden Fällen dieselbe.
Die Materialstärke von 6 mm liegt deutlich über der der U-Reihen (4 mm). Zusammen mit dem 600 mm langen Schenkel ergibt das ein Bauteil von rund 4 kg – Gewicht, das man beim Setzen merkt und das sich später auszahlt.
Was Sie bei uns finden – und woanders selten
- Sieben Größen von 7×7 bis 20×20 cm. Der Handel führt meist nur 9×9 bis 12×12. Größere Querschnitte, etwa für Leimbinder, sind schwer zu bekommen.
- ETA-geprüfte Werte für alle drei Lastrichtungen. Nicht nur die senkrechte Tragfähigkeit, sondern auch beide waagerechten Richtungen, getrennt nach Holz und Stahl.
- Zwei Oberflächen in jeder Größe – feuerverzinkt und pulverbeschichtet schwarz. Im Handel gibt es H-Anker fast ausschließlich in Silber.
- Ein verstellbarer H-Anker. PSHR deckt 90 bis 142 mm in einem Bauteil ab – eine Kombination aus Schwerlast-Bauform und Verstellbarkeit, die sonst kaum angeboten wird.
- Durchgehend 6 mm Flachstahl und 600 mm Schenkel über alle Größen – kein Abfall der Materialstärke bei den kleinen Modellen.
- Direkt vom Hersteller. Domax fertigt die Reihe selbst; Größen sind über Jahre nachbestellbar.







